Ein Kredit kann Träume verwirklichen – sei es das eigene Haus, ein neues Auto oder die langersehnte Weiterbildung. Doch der Weg zur Finanzierung ist kein Spaziergang, sondern folgt klaren, nachvollziehbaren Regeln. Banken müssen sichergehen, dass sie ihr Geld zurückbekommen. Deshalb prüfen sie jeden Antrag ganz genau.
Die wichtigsten Voraussetzungen, um in Österreich einen Kredit aufzunehmen, sind im Grunde schnell erklärt: Sie müssen volljährig sein, einen festen Wohnsitz im Land haben, ein regelmäßiges Einkommen nachweisen und eine positive Bonitätsprüfung, meist über den KSV1870, bestehen.
Ihr Fahrplan zum Wunschkredit in Österreich
Bevor eine Bank in Österreich grünes Licht für Ihren Kredit gibt, müssen Sie einige Hürden nehmen. Sehen Sie diesen Guide als Ihren persönlichen Fahrplan, der Sie sicher durch den gesamten Prozess navigiert. Wir zeigen Ihnen nicht nur, welche Kriterien zählen, sondern vor allem, warum Banken so penibel darauf achten.
Statt trockenem Banken-Jargon bekommen Sie hier handfeste, praxisnahe Tipps, mit denen Sie Ihre Chancen auf eine Zusage spürbar verbessern. So verstehen Sie, was hinter den "Kredit aufnehmen Voraussetzungen Österreich" wirklich steckt, und können selbstbewusst Ihr Finanzierungsvorhaben angehen.
Ein gut vorbereiteter Kreditantrag ist mehr als nur eine Formalität. Er ist das stärkste Signal an die Bank, dass Sie ein vertrauenswürdiger und zuverlässiger Partner sind, der seine Finanzen im Griff hat.
Der Weg zum Kredit lässt sich in drei einfache Phasen unterteilen: eine sorgfältige Vorbereitung, die genaue Prüfung durch die Bank und – im besten Fall – die ersehnte Zusage.

Diese Darstellung macht eines ganz deutlich: Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Vorbereitung. Wer seine Unterlagen vollständig hat und seine finanzielle Lage realistisch einschätzt, hat schon die halbe Miete.
Die wichtigsten Voraussetzungen für einen Kredit im Überblick
Bevor wir ins Detail gehen, werfen wir einen schnellen Blick auf die zentralen Kriterien, die österreichische Banken bei jeder Kreditanfrage prüfen. Stellen Sie sich diese Punkte wie eine Checkliste vor, die Sie vor dem Antrag durchgehen sollten.
| Voraussetzung | Beschreibung | Warum ist das wichtig? |
|---|---|---|
| Volljährigkeit & Geschäftsfähigkeit | Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein. | Nur volljährige Personen können rechtsgültige Verträge abschließen. |
| Hauptwohnsitz in Österreich | Ihr fester Wohnsitz muss in Österreich gemeldet sein. | Dies sichert die rechtliche Zuständigkeit und vereinfacht die Kommunikation. |
| Girokonto in Österreich | Sie benötigen ein Gehalts- oder Pensionskonto bei einer österreichischen Bank. | Darüber laufen die monatlichen Ratenzahlungen und die Kreditauszahlung. |
| Regelmäßiges Einkommen | Ein stabiles Einkommen aus einem aufrechten Arbeitsverhältnis (unbefristet, außerhalb der Probezeit) ist entscheidend. | Es beweist, dass Sie die monatlichen Raten dauerhaft bezahlen können. |
| Positive Bonität (KSV/CRIF) | Ihre Zahlungshistorie muss einwandfrei sein; es dürfen keine negativen Einträge vorliegen. | Die Bank prüft damit Ihre bisherige Zahlungsmoral und schätzt das Ausfallrisiko ein. |
Diese Tabelle zeigt die absoluten Grundpfeiler. Wenn Sie hier überall einen Haken setzen können, stehen Ihre Chancen bereits sehr gut. Im Folgenden werden wir jeden dieser Punkte noch genauer unter die Lupe nehmen.
Das Fundament jedes Kreditantrags: Die formalen Grundvoraussetzungen
Bevor sich eine Bank überhaupt Ihre Finanzen genauer ansieht, gibt es eine erste Hürde, die jeder nehmen muss: die formalen Grundvoraussetzungen. Man kann sie sich wie das Ticket für den Eintritt vorstellen – ohne dieses kommt man gar nicht erst zur eigentlichen Prüfung.
Diese Kriterien sind keine Schikane, sondern gesetzliche und bankübliche Notwendigkeiten. Für die meisten Antragsteller sind sie aber schnell und unkompliziert erfüllt. Im Grunde geht es um drei zentrale Punkte.
Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit
Die absolut erste und wichtigste Regel: Sie müssen volljährig, also mindestens 18 Jahre alt sein. Erst mit der Volljährigkeit gelten Sie in Österreich als voll geschäftsfähig.
Das bedeutet ganz einfach, dass Sie rechtsgültig Verträge abschließen und für die daraus entstehenden Pflichten – wie die pünktliche Ratenzahlung – geradestehen können. Ein Kreditvertrag mit einem Minderjährigen wäre schlichtweg unwirksam. Aus diesem Grund ist das eine unumstößliche Bedingung jeder Bank. Mehr zu den rechtlichen Hintergründen erklärt übrigens unser Beitrag zum Konsumkreditgesetz in Österreich.
Hauptwohnsitz in Österreich
Als Nächstes prüft die Bank, ob Sie einen Hauptwohnsitz in Österreich haben. Nachweisen lässt sich das ganz einfach mit einem aktuellen Meldezettel. Aber warum ist das für die Bank so entscheidend?
Der gemeldete Wohnsitz in Österreich stellt für die Bank die rechtliche Zuständigkeit sicher. Das bedeutet, bei eventuellen vertraglichen Unstimmigkeiten oder rechtlichen Schritten gilt österreichisches Recht und der Gerichtsstand ist in Österreich.
Für die Bank ist das eine ganz wesentliche Absicherung. Wenn Sie EU-Bürger oder aus einem Drittstaat sind, benötigen Sie zusätzlich zum Meldezettel oft auch eine gültige Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Damit weisen Sie nach, dass Sie sich langfristig im Land aufhalten und somit auch in der Lage sind, den Kredit zurückzuzahlen.
Ein Girokonto bei einer österreichischen Bank
Die dritte formale Säule ist ein Girokonto bei einer Bank in Österreich. Dieses Konto ist quasi die technische Basis für die gesamte Abwicklung. Hierhin überweist die Bank die Kreditsumme, und von hier werden später auch die monatlichen Raten per Lastschrift eingezogen.
Ein österreichisches Konto vereinfacht aber nicht nur den Zahlungsverkehr. Es ist für die Bank auch ein Indiz dafür, dass Sie bereits im heimischen Finanzsystem verankert sind. Diese drei Punkte – Alter, Wohnsitz und Konto – bilden also das Fundament, auf dem jede weitere Kreditprüfung aufbaut.
Ihre Bonität: Ihr finanzieller Lebenslauf
Sind die formalen Hürden genommen, geht es ans Eingemachte: die Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit, also Ihrer Bonität. Stellen Sie sich das am besten wie Ihren finanziellen Lebenslauf vor. Die Bank liest ihn jetzt ganz genau, um einzuschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass Sie den Kredit nicht zurückzahlen können.
Eine gute Bonität ist die wichtigste Währung bei der Kreditvergabe. Sie ist nicht nur das Ticket für eine Kreditzusage, sondern bestimmt auch maßgeblich die Konditionen. Die Faustregel ist einfach: Je besser Ihre Bonität, desto günstiger der Zinssatz.

Die Rolle von KSV1870 und CRIF
In Österreich führt bei der Bonitätsprüfung kaum ein Weg an den großen Auskunfteien wie dem KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) oder CRIF vorbei. Diese Organisationen sind quasi das finanzielle Gedächtnis des Landes und sammeln zahlungsrelevante Daten von Privatpersonen und Firmen.
Wenn Sie einen Kreditantrag stellen, fragt die Bank also bei einer dieser Auskunfteien an. Das Ergebnis liefert einen schnellen Überblick über Ihre bisherige Zahlungsmoral. Gab es unbezahlte Rechnungen? Mahnungen? Im schlimmsten Fall sogar Exekutionen? Solche negativen Vermerke können das sofortige Aus für Ihren Antrag bedeuten. Wenn Sie mehr über diese Codes wissen möchten, finden Sie alle Details in unserem Artikel über ZEK-Codes und ihre Auswirkungen.
Ihre Bonitätsauskunft ist wie eine Momentaufnahme Ihrer finanziellen Zuverlässigkeit. Sie zeigt, wie gewissenhaft Sie in der Vergangenheit mit Geld umgegangen sind – für die Bank ein entscheidender Hinweis auf Ihr zukünftiges Verhalten.
Ein „sauberer“ KSV-Auszug ist daher eine der wichtigsten Voraussetzungen, um in Österreich einen Kredit aufzunehmen. Er signalisiert der Bank: Auf diesen Kunden ist Verlass.
Das Einkommen als Herzstück der Prüfung
Neben einer tadellosen Zahlungshistorie ist ein regelmäßiges und ausreichend hohes Einkommen das zweite Herzstück jeder Bonitätsprüfung. Ganz logisch, denn es beweist, dass Sie überhaupt die Mittel haben, um die monatlichen Raten zu stemmen.
Für die Bank zählt dabei nicht nur die Summe, die am Ende des Monats auf Ihrem Konto landet, sondern auch die Stabilität dieser Einnahmen. Ein unbefristetes Dienstverhältnis, bei dem die Probezeit bereits vorbei ist, ist hier der Goldstandard.
Was Angestellte als Einkommensnachweis brauchen:
- Lohn- und Gehaltszettel: Üblicherweise verlangt die Bank die letzten drei Gehaltsabrechnungen, um Ihr aktuelles Einkommen zu prüfen.
- Kontoauszüge: Ein Blick auf die Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate bestätigt den regelmäßigen Gehaltseingang und gibt der Bank einen Einblick in Ihre Ausgaben.
- Arbeitsvertrag: Manchmal wird zusätzlich der Arbeitsvertrag angefordert, um Details zum Dienstverhältnis zu klären.
Bei Selbstständigen und Unternehmern schaut die Bank noch genauer hin, da deren Einkommen oft stärker schwankt. Hier sind meist die letzten Einkommensteuerbescheide und eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) nötig. Mit diesen Dokumenten kann die Bank eine fundierte Prognose erstellen und das Risiko eines Kreditausfalls realistisch einschätzen.
Die Haushaltsrechnung: Der schonungslose Realitätscheck Ihrer Finanzen
Selbst wenn Ihre Bonität tadellos ist und Ihr Einkommen stabil, bleibt am Ende eine ganz entscheidende Frage: Passt die monatliche Kreditrate wirklich in Ihr Budget, ohne dass Sie finanziell in die Bredouille kommen? Genau das überprüft die Bank mit der sogenannten Haushaltsrechnung. Betrachten Sie es als einen ehrlichen Kassensturz, bevor Sie sich langfristig binden.
Stellen Sie sich Ihr monatliches Nettoeinkommen einfach wie einen vollen Eimer Wasser vor. Bevor die Bank Ihnen erlaubt, etwas davon für eine Kreditrate abzuzweigen, will sie genau wissen, wie viel Wasser Sie für Ihr alltägliches Leben dringend brauchen.

So rechnet die Bank Ihr freies Budget aus
Die Bank schnappt sich Ihr Nettoeinkommen und zieht davon alle fixen Lebenshaltungskosten ab. Das sind zum einen ganz konkrete Ausgaben wie Ihre Miete oder bereits laufende Raten. Zum anderen rechnet sie aber auch mit Pauschalbeträgen für Dinge wie Lebensmittel, Kleidung, Auto und Freizeitaktivitäten.
Was nach diesem Abzug übrig bleibt, ist Ihr „frei verfügbares Einkommen“. Nur aus diesem Topf kann die neue Kreditrate bedient werden, und auch davon nur ein Teil.
Das Ganze mündet in einer wichtigen Kennzahl, der Schuldendienstquote (im Fachjargon auch Debt-Service-to-Income-Ratio oder DSTI genannt). Sie zeigt ganz einfach, wie viel Prozent Ihres verfügbaren Nettoeinkommens durch die monatlichen Kreditraten aufgefressen wird.
Die Haushaltsrechnung ist im Grunde ein Schutzmechanismus – für die Bank, aber vor allem für Sie selbst. Sie stellt sicher, dass die Rate auch dann noch leistbar ist, wenn mal eine unerwartete Rechnung ins Haus flattert, und bewahrt Sie vor einer Überschuldung.
Die Schuldendienstquote ist in Österreich seit Jahren ein zentraler Pfeiler der Kreditvergabe. So hat beispielsweise die KIM-Verordnung festgelegt, dass die monatliche Rate maximal 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens ausmachen darf. Verdienen Sie also netto 3.500 Euro, sollte die Rate im Normalfall nicht höher als 1.400 Euro sein. Diese Regelung hat sich bewährt und die Kreditausfälle spürbar gesenkt.
Was das in der Praxis bedeutet: Zwei Rechenbeispiele
Schauen wir uns mal an, wie sich das Ganze bei zwei typischen Haushalten auswirkt:
1. Single-Haushalt:
- Nettoeinkommen: 2.500 €
- Miete & Betriebskosten: – 800 €
- Lebenshaltungspauschale der Bank: – 700 €
- Frei verfügbares Einkommen: 1.000 €
- Maximal mögliche Rate (z. B. 40 % davon): 400 €
2. Familie mit zwei Kindern:
- Nettoeinkommen: 4.000 €
- Miete & Betriebskosten: – 1.200 €
- Lebenshaltungspauschale (höher wegen Kindern): – 1.500 €
- Frei verfügbares Einkommen: 1.300 €
- Maximal mögliche Rate (z. B. 40 % davon): 520 €
Diese simplen Beispiele machen deutlich: Es ist nicht Ihr hohes Gehalt allein, das zählt. Entscheidend ist, was nach Abzug aller Kosten wirklich übrig bleibt.
Mein Tipp: Machen Sie Ihre eigene, ehrliche Haushaltsrechnung, bevor Sie überhaupt einen Antrag stellen. So bekommen Sie ein realistisches Gefühl dafür, was Sie sich leisten können. Spielen Sie doch einfach mal mit unserem Kreditrechner verschiedene Szenarien durch – das hilft enorm, eine leistbare Rate zu finden.
Eigenkapital als Schlüssel zu besseren Konditionen
Besonders bei großen Anschaffungen, allen voran dem Kauf einer Immobilie, ist Eigenkapital Ihr stärkster Trumpf im Ärmel. Stellen Sie es sich wie ein Sicherheitspolster vor, das Sie zwischen sich und die Bank legen. Dieser Puffer macht das gesamte Geschäft für den Kreditgeber deutlich risikoärmer – und das belohnt er Sie im Gegenzug mit spürbar besseren Konditionen.
Wenn Sie eigenes Geld einbringen, signalisieren Sie der Bank vor allem zwei Dinge: Ihre Sparfähigkeit und Ihre finanzielle Disziplin. Es zeigt ganz klar, dass Sie mit Geld umgehen und langfristig planen können. Jeder Euro, den Sie selbst aufbringen, verringert außerdem die Kreditsumme, was nicht nur Ihr persönliches Risiko senkt, sondern auch die monatlichen Raten angenehm überschaubar hält.

Der Goldstandard: die 20-Prozent-Marke
Die Eigenkapitalquote gehört zu den wichtigsten Kennzahlen bei der Kreditvergabe in Österreich. Lange Zeit war die Sache glasklar: Die strenge KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung) schrieb ab dem 1. August 2022 vor, dass Kreditnehmer mindestens 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital nachweisen mussten.
Das bedeutete bei einem Hauskauf für 300.000 Euro ganz konkret, dass 60.000 Euro aus der eigenen Tasche kommen mussten – und zwar zusätzlich zu allen Nebenkosten. Auch wenn diese Regelung inzwischen etwas gelockert wurde, hat sich dieser Wert in den Köpfen der Banker festgesetzt. In der Praxis gelten die 20 % nach wie vor als der Goldstandard für einen soliden Immobilienkredit.
Was zählt eigentlich alles als Eigenkapital?
Gute Nachrichten: Eigenkapital ist weit mehr als nur das Geld auf Ihrem Sparkonto. Banken erkennen eine ganze Reihe von Vermögenswerten als Ihren finanziellen Eigenanteil an.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Sparguthaben: Der absolute Klassiker. Egal ob Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto – was drauf ist, zählt.
- Bausparverträge: Das angesparte Guthaben aus einem Bausparvertrag ist eine ideale und gern gesehene Form des Eigenkapitals.
- Wertpapiere und Fonds: Auch Aktien oder Fondsanteile können Sie einbringen. Hier rechnet die Bank allerdings oft Sicherheitsabschläge ein, um Kursschwankungen abzufedern.
- Schenkungen oder Erbvorbezüge: Ein Geldgeschenk von den Eltern oder Großeltern? Solange es nachweislich zur freien Verfügung steht, wird es anerkannt.
- Geförderte Darlehen: Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen von Bund oder Ländern können oft ebenfalls als Eigenmittel angerechnet werden.
Ein höherer Eigenkapitalanteil senkt nicht nur die Kreditsumme, sondern verbessert direkt Ihre Verhandlungsposition. Die Bank belohnt Ihr geringeres Risiko mit einem spürbar niedrigeren Zinssatz, was über die Laufzeit Tausende von Euro sparen kann.
Es ist also immer eine kluge Strategie, so viel Eigenkapital wie möglich auf die Seite zu legen, bevor Sie ein großes Projekt wie einen Immobilienkredit in Österreich in Angriff nehmen. Jeder Euro, den Sie selbst einbringen, ist eine direkte Investition in niedrigere Zinskosten und eine schnellere Schuldenfreiheit.
Die richtige Kreditlaufzeit: Ein strategischer Balanceakt
Die Wahl der Kreditlaufzeit ist eine der wichtigsten Weichenstellungen bei Ihrer Finanzierung. Sie hat direkten Einfluss auf zwei entscheidende Größen: Ihre monatliche Rate und die Gesamtkosten, die Sie am Ende für Ihren Kredit bezahlen. Das Ganze ist ein klassischer Balanceakt, den man gut verstehen sollte, um eine wirklich smarte Entscheidung zu treffen.
Eine längere Laufzeit streckt die Rückzahlung über mehr Jahre. Das Ergebnis? Eine spürbar niedrigere Monatsrate, die auf den ersten Blick Ihr Budget entlastet. Aber dieser Komfort hat seinen Preis. Weil Sie der Bank länger Geld schulden, fallen logischerweise auch länger Zinsen an. Das treibt die Gesamtkosten über die gesamte Dauer oft massiv in die Höhe.
Rate oder Gesamtkosten – wo liegt Ihre Priorität?
Schauen wir uns das mal an einem konkreten Beispiel an. Der Unterschied wird sofort klar, wenn man verschiedene Laufzeiten direkt gegenüberstellt.
Stellen Sie sich die Laufzeit wie einen Hebel vor. Ein langer Hebel (lange Laufzeit) senkt die benötigte Kraft (Monatsrate), aber der Weg, den Sie gehen müssen (Gesamtkosten), wird dadurch erheblich länger.
| Kreditsumme: 250.000 € | 15 Jahre Laufzeit | 25 Jahre Laufzeit | 35 Jahre Laufzeit |
|---|---|---|---|
| Monatliche Rate | ca. 1.850 € | ca. 1.320 € | ca. 1.095 € |
| Gesamte Zinskosten | ca. 83.000 € | ca. 146.000 € | ca. 209.900 € |
| Gesamtrückzahlung | ca. 333.000 € | ca. 396.000 € | ca. 459.900 € |
Annahme: 4 % effektiver Jahreszins. Alle Werte sind gerundet und dienen nur der Veranschaulichung.
Die Zahlen sprechen für sich: Wenn Sie die Laufzeit von 15 auf 35 Jahre ausdehnen, sparen Sie sich zwar monatlich über 750 Euro – zahlen aber am Ende unfassbare 126.000 € mehr an Zinsen. Die richtige Wahl hängt also ganz von Ihrer finanziellen Situation und Ihren persönlichen Zielen ab.
In Österreich hat sich eine maximale Laufzeit von 35 Jahren fest etabliert, was auch durch die KIM-Verordnung von August 2022 bis Juni 2025 noch einmal untermauert wurde. Diese Regelung hat die Finanzierungslandschaft nachhaltig beeinflusst. Ausführlichere Informationen zu diesen Regeln und was sich in Zukunft ändern könnte, finden Sie in diesem Überblick zu den neuen Kreditregeln in Österreich. Ihre Entscheidung sollte immer eine bewusste Abwägung zwischen kurzfristiger finanzieller Luft und den langfristigen Gesamtkosten sein. Um Ihre Kalkulation auf eine solide Basis zu stellen, werfen Sie auch einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen bei den Kreditzinsen in Österreich.
Häufig gestellte Fragen zu den Kreditvoraussetzungen
Auch wenn die Grundlagen klar sind, tauchen im Detail oft noch Fragen auf. Das ist ganz normal. Aus unserer Erfahrung wissen wir, welche Unsicherheiten Kreditinteressenten am häufigsten beschäftigen. Hier sind die Antworten.
Kann ich während der Probezeit einen Kredit bekommen?
Das ist in der Praxis so gut wie ausgeschlossen. Für eine Bank ist die Probezeit ein rotes Tuch, denn Ihr Job ist in dieser Phase alles andere als sicher. Das Arbeitsverhältnis kann von heute auf morgen ohne Angabe von Gründen aufgelöst werden. Ein stabiles, unbefristetes Dienstverhältnis nach der Probezeit ist daher eine der wichtigsten Säulen für eine Zusage.
Welchen Einfluss hat ein befristeter Arbeitsvertrag?
Ein befristeter Vertrag macht die Sache komplizierter, aber nicht von vornherein aussichtslos. Die entscheidende Frage für die Bank ist: Passt die Kreditlaufzeit zur verbleibenden Dauer Ihres Vertrags?
- Kurze Kreditlaufzeit: Wenn Sie den Kredit vollständig zurückzahlen können, bevor Ihr Vertrag ausläuft, stehen die Chancen gar nicht so schlecht.
- Lange Kreditlaufzeit: Läuft der Kredit länger als Ihr Arbeitsvertrag, wird es schwierig. Hier verlangt die Bank fast immer einen zweiten Kreditnehmer mit einem festen Job oder andere handfeste Sicherheiten.
Stellen Sie sich das aus Sicht der Bank vor: Sie muss absolut sicher sein, dass Ihr Einkommen über die gesamte Rückzahlungsdauer fließt. Ein auslaufender Vertrag ist ein klares Risiko, das sie ganz genau abwägen wird.
Bekomme ich als Lehrling einen Kredit?
Ein Kredit für Lehrlinge ist eine absolute Seltenheit, und das aus gutem Grund. Das Einkommen während der Lehre (früher Lehrlingsentschädigung) reicht kaum aus, um die eigenen Lebenskosten zu decken – geschweige denn eine zusätzliche Kreditrate. Banken winken hier meistens ab, auch um junge Leute vor dem frühen Abrutschen in die Schuldenfalle zu bewahren.
Gibt es einen Kredit ohne KSV-Prüfung?
Ein klares Nein. In Österreich kommt kein seriöses Geldinstitut an einer Bonitätsprüfung durch anerkannte Auskunfteien wie den KSV1870 oder CRIF vorbei. Banken sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre finanzielle Zuverlässigkeit genau unter die Lupe zu nehmen.
Vorsicht bei Angeboten, die mit Slogans wie „Kredit ohne KSV“ werben. Dahinter stecken oft unseriöse Anbieter, die mit versteckten Gebühren und horrenden Zinsen arbeiten.
Sie möchten wissen, welche Angebote für Sie und Ihre Situation wirklich passen? Der kostenlose und unverbindliche Vergleich auf Kredit-Fuchs.at bringt schnell Licht ins Dunkel. Dort sehen Sie auf einen Blick die besten Konditionen der österreichischen Banken. Finden Sie jetzt Ihren Wunschkredit auf https://kredit-fuchs.at.